Tee Geschichten

Aus der wunderbaren Welt des TEES

Nicht nur die Engländer trinken gerne Tee. Auch in Amerika ist das ein Getränk, das schon lange – zunächst als Grüner Tee oder Früchte- und Kräutertee gerne getrunken wird! Die geniale Erfindung des amerikanischen ICED TEA braucht natürlich eines: Kühling! Ohne Eiswürfel kein kalter Genuss! Und so musste erst einmal die künstliche Kühling erfunden werden (David Meade Randolph patentierte 1803 seine Eisbox), um das köstliche Getränk produzieren zu können.

Den Eistee mit Schwarztee ( mit einer Scheibe Zitrone oder Pfefferminz) zu geniessen verdanken wir eigentlich einer Marketing-Strategie von 1904. Der Engländer Richard Blechenden sollte auf der Weltausstellung in St. Louis den Schwarztee attraktiv machen. Bis dahin kannte man in Amerika nur Grüntee. Bei dem heißen Rekordsommer 1904 wußte er, dass schwarzer warmer Tee sicherlich keine Liebhaber finden würde. So kam er auf die clevere Idee mit gekühlten Bleirohren den Tee abzukühlen!

Und wie immer spielt die Geschichte ein große Rolle. Wurde bisher der Tee aus China importiert und war daher Grüntee, änderten sich die Handelsbeziehungen und nach dem 2. Weltkrieg wurde die USA fast ausschließlich mit Schwarztee aus den britisch-kontrollierten Gebieten in Indien beliefert.

Heute trinkt man in den Südstaaten den ICED TEA mit starkem Schwarztee sehr süß „The sweeter, the better!”, während im Norden die weniger süße Variante bevorzugt wird.

Bei uns ist einfach alles ihm Angebot: Grüntee, Schwarztee, Rooibos, Früchte, Kräuter und Gewürze: es gibt so leckere Variationen … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Zunächst einmal gibt es die Tee-Legenden. Und natürlich stecken in allen Geschichten ein Körnchen Wahrheit. In China beginnt sie an einem Frühlingsabend 2737 vor Christi Geburt. An diesem Abend kochte der chinesische Kaiser Shen Nung (Sohn des Himmels) nach einer langen Reise unter einem Baum sein Wasser ab, um seinen Durst zu löschen, als ein Windhauch ein paar Blätter in seinen Kessel wehte. Ein angenehmer Duft schmeichelte seinen Sinnen und das Wasser färbte sich wunderschön hellgrün. Der Kaiser probierte und fand das Getränk köstlich und der wilde Teebaum fand einen Liebhaber und tausende folgten ihm.

Sicher ist, dass seit 5000 Jahren Tee getrunken wird und es auch heute das beliebteste Getränk auf der Welt ist. ( JA JA es gibt auch Kaffee-Geniesser 🙂

In Indien erzählt man sich eine andere Geschichte: So reiste Prinz Dharma nach China, um die Lehren des Buddhismus zu verkünden. Sein Gelübde 9 Jahre lang nicht zu schlafen wäre fast im dritten Jahr gescheitert und er wäre von Müdigkeit überwältigt eingeschlafen, hätte er sich nicht, ohne darüber nachzudenken, einige Blätter gepflückt und darauf gekaut. Denn glücklicherweise waren es Teeblätter und deren belebende Wirkung vertrieb Dharmas Müdigkeit. Aus den Teeblättern schöpfte er dann auch die Kraft für die restlichen 6 Jahre.

350 n.Chr. Tee wurde erstmals in dem Wörterbuch von Kuo Po als „Tu“ erfasst und einfach wie ein „Ein Getränk aus gekochten Blättern“ beschrieben.

476 n.Chr. Die Nomaden aus Zentralasien waren die ersten, die Tauschhandel mit dem Tee entlang der Großen Mauer trieben

780 n.Chr. Der Adoptivsohn von buddhistischen Mönchen LuYu schrieb eine erste fachliche Studie über den Tee mit dem einfachen Titel „Das klassische Buch vom Tee“ (Cha Ching). Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt und behandelt  Themen wie Herkunft und Kultivierung der Teepflanze, Anbaugebiete, Teeherstellung, Methoden und Utensilien der Teezubereitung.

620 – 1279 n. Chr. Während der Tang Dynastie (620-907 n. Chr.) erlebte der Tee seine goldene Zeit. Die Kunst der Teezubereitung und der Teeproduktion wurde in dieser Zeit verfeinert und perfektioniert. In der nachfolgenden Sung Dynastie (960-1279 n. Chr.) entstand in neuen Provinzen die Tradition der blumigen Tees.

1279 – 1368 Tee verlor seine Popularität während der Mogul-Herrschaft (1279-1368), blühte jedoch während der Ming Dynastie wieder auf, als die Fermentation entdeckt wurde. Dadurch wurde die Produktion von neuen Teesorten wie Oolong und Schwarzer Tee ermöglicht.

1492 Die erste Teekanne entstand in Yi-Xing

1610 Die Holländische Ostindische Kompanie wurde gegründet und brachte den ersten Grüntee aus Japan und Schwarztee aus China auf dem Seeweg über Java nach Holland. Da die Reise von China oder Japan nach England mindestens 6 Monate bis zu einem Jahr dauerte, litt die Qualität des Tees durch die feuchte Seeluft und die Schiffslagerung auf dem Seeweg erheblich.

1618 Auf dem beschwerlichen Landweg brachte Wassilij Storkow erstmals Tee nach Russland als Geschenk für den Zaren. Als russischer Gesandter schickte er von China aus 200 Kisten Tee über einen Karawanen-Handelsweg nach Russland.

1644 Holländer lieferten die ersten 100 Pfund Tee nach England

1657 Der Engländer Thomas Garrington begann in seinem „Coffee Shop“ in London mit dem Ausschank von Tee. Zunächst dem Adel vorbehalten, war der Tee bald von den Schöngeistern, die in den „Coffee Houses“ verkehren, sehr geschätzt, und letztere wurden dann auch in „Teehäuser“ umbenannt.

1658 Die ersten Werbung mit Flugblättern für Tee erschien in England, wonach der Tee den Körper und Geist bis ins hohe Alter gesund erhalten sollte.

1717 Thomas Twining eröffnete das erste Teegeschäft in London

1773 Die Briten brachten den Tee auch mit in die „Neue Welt“, wo der Tee bald auf dem dritten Platz der importierten Handelsgüter stand. Diese Tatsache nahm die britische Regierung zum Anlass, Tee in den Kolonien mit hohen Steuern zu belegen und verursachte damit im ganzen Land Proteste. Am 16. Dezember 1773 verkleideten sich Mitglieder der Freimaurerloge Saint Andrew in Boston als Mohikaner, enterten die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord. Dieser Akt, bekannt als ‚Boston Tea Party‘, gilt als Auftakt zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Mitte des 17. Jahrhunderts kam Tee über Holland nach Ostfriesland, wo sich eine eigene Teekultur entwickelte.

1778 Der Preußische König Friedrich II versuchte den Teekonsum in Deutschland zu verbieten und blieb dabei erfolglos.

1810 Die chinesischen Einwanderer brachten verschiedenen Tee-Pflanzen aus der Provinz Fujian nach Formosa (Taiwan).

1848 Robert Fortun wurde von der Ostindischen Kompanie nach China geschickt, mit dem Ziel, Teepflanzen zu beschaffen und die Monopolstellung der Chinesen damit zu brechen. In einem Zeitraum von 3 Jahren verschiffte Robert Fortune über 20000 Stecklinge und Sämlinge von Teepflanzen nach Indien. Er überredete sogar mehrere chinesische Teebauern, mit ihm nach Indien zu gehen, um beim Aufbau der Teeplantagen und Teeproduktion zu helfen. Als erster Europäer entdeckte er während seiner Reise, dass Grüner Tee und Schwarzer Tee aus derselben Pflanze hergestellt wurden.

1860 Tee wurde auf Ceylon (Sri Lanka) angebaut. Ein junger Schotte James Taylor experimentierte in den königlichen Botanischen Gärten von Peradeniya in Sri Lanka mit den Teesamen. Die 10 Hektar große Plantage Loolecondera, auf der Taylor den ersten kommerziellen Anbau durchführte, wurde zum Muster für die zukünftige Entwicklung der Teeindustrie Sri Lankas.

1866 Das große Teeclipper-Rennen, das wegen seines knappen Ausgangs bekannt ist, startete am 29 Mai 1866 in China. Von den neun Schiffen, die von Foochow nach London segelten und die neue Tee-Ernte an Bord hatten, erreichten nach einer Strecke von mehr als 16.000 Meilen, die durch alle Windsysteme der Erde ging, die ersten fünf ihr Ziel mit nicht einmal drei Tagen Unterschied. Es waren die Clipper Ariel, Taeping, Serica, Fiery Cross und Taitsing. Nach nur 99 Tagen segelten die Ariel und die Taeping fast Seite an Seite in den englischen Kanal. Mit einem Vorsprung von nur 20 min. vor der Ariel gewann die Taeping das Rennen. (Taeping, Bj. 1863, englischer Teeklipper wurde 1872 auf einer Reise nach China vermisst; Ariel, Bj. 1865, englischer Teeklipper ist 1871 im Chinesischen Meer wrackgelaufen).

1908 Der Teebeutel wurde versehentlich von dem Teehändler Thomas Sullivan in New York erfunden. Um Teeproben an seine Kunden zu versenden, füllte er den Tee in kleine Seidenbeutel. Seine Kunden nutzten die kleinen Beutel dazu, sie ganz in das Wasser einzutauchen, in dem Glauben, dass dies so von Sullivan vorgesehen gewesen sei.